Ich habe gar kein Hobby!

Wer kennt die Frage nicht: Was hast Du denn für Hobbies? Ich für mich habe lange versucht, immer eine passende Antwort auf diese Frage zu haben. Schließlich ist es ja NORMal, eins zu haben und wenn möglich auch ein besonders tolles, das beeindruckt! Selbst in Lebensläufen war es eine Zeitlang sogar eine Art Pflicht, von den Hobbies zu schreiben und vor allem in Bewerbungsgesprächen darüber zu erzählen. Ich fand das Thema einfach immer nur anstrengend. Denn irgendwie hatte ich halt gefühlt keins, weil ich weder in Vereinen aktiv bin, noch aus Häusern oder Flugzeugen springen will und nicht mal Marathon laufe.

Irgendwann wollte ich dann einfach mal verstehen, was denn hinter der Frage nach dem Hobby steckt und was der Fragende wirklich wissen will. Auf der Suche nach einer Definition für das Wort HOBBY findet sich vor allem „Freizeitbeschäftigung“, „freiwillig“ und „regelmäßig“. Beim Weiterlesen erscheinen dann auch „Vorliebe“ und sogar „Teil der Identität“. Und es „erwirtschaftet kein Einkommen“. Also zwischen den Zeilen gelesen bedeutet ein Hobby: In meinem Leben gibt es Dinge, die ich mit Leidenschaft mache, wann immer ich Zeit dafür finde und wofür ich absolut keine Gegenleistung erwarte, sondern einfach liebe was ich tue. Also will der Fragende einfach wissen, wie ich den Bereich meiner Lebenszeit gerne verbringe, den ich nicht für ein Gehalt verkaufe. Seither kann ich auch voller Freude mit meinem Hobby auf diese Frage antworten: Planlos Momente genießen, und zwar mit allen Konsequenzen.

Also: lassen Sie sich durch normierte Fragen nicht ins Boxhorn jagen. Wenn Sie den eigentlichen Sinn einer Frage verstehen, fällt Ihnen zu jeder eine Antwort ein, die nicht nur zur Frage, sondern auch zu Ihnen passt.